Glas mit Milch

Stillstart, Milcheinschuss: Warum es ratsam ist, schon vor der Geburt Coldpacks im Eisfach zu lagern.

Das fällt eindeutig in die Kategorie „Warum hat mir das niemand vorher gesagt?“. Wahrscheinlich wurde man schon freundlich darauf hingewiesen, aber hat es einfach nicht glauben können. Oder, wie man das als werdende Mutter manchmal macht: auf Durchzug geschaltet. Es ist aber so und alle stillenden Mamis kennen das: Das Kind ist geboren, wird zum ersten Mal angelegt, die Vormilch fließt (mal besser, mal schlechter) und dann, nach drei bis vier Tagen, das: Die Brüste explodieren förmlich. Zumindest fühlt es sich so an. Man hat das Gefühl einen Atombusen zu haben, die Brüste sind glühend heiß. Aus Körbchengröße B wird D, wenn nicht sogar E – und diese Schmerzen! Gut beraten ist, wer vorsorglich Coldpacks zum Kühlen im Eisfach lagert. Der Milcheinschuss setzt ein. Mit voller Wucht. Aber warum ist das so?

Die Schwangerschaft bereitet die Brüste auf das Stillen vor

Schon während der Schwangerschaft verändern sich die Brüste – werdende Mütter stellen fest, dass sich der Brustumfang vergrößert, oft benötigt die Mami-to-be schon während der neun Monate mehrfach neue BHs. Eine Vielzahl an Hormonen bereitet die Brust während der Schwangerschaft auf das Stillen vor. Dieser Vorgang nennt sich Galaktogenese und ist etwa zur zweiten Schwangerschaftshälfte abgeschlossen, sodass Mütter im Zweifel auch eine Frühgeburt stillen könnten.

Coldpacks, Weißkohl und Quarkwickel lindern die Schmerzen

Ist das Baby dann da, wird es nach der Geburt angelegt. Das regelmäßige Saugen, sowie Anblick und Geruch des Babys führen bei der Mutter dazu, dass vermehrt das Hormon Prolaktin und das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet wird, was für die Stillvorgänge zuständig ist. In den ersten Tagen sind Babys gut mit der Vormilch versorgt, sie enthält richtig viele Nährstoffe, Antikörper und Fett. Nach einigen Tagen wird dem Körper dann signalisiert, dass er mit der Milchproduktion beginnen kann, der Milcheinschuss setzt ein. Und genau das ist der Zeitpunkt, an dem es so richtig wehtun kann und die Brüste prall sind wie nie. Das kann sehr schmerzhaft sein – Abhilfe schaffen da Coldpacks, Weißkohlblätter oder auch Quarkwickel. Schuld an der schmerzenden Brust sind eine höhere Durchblutung und angestaute Lymphflüssigkeit.

Vor dem Stillen sollten Quarkwickel & Co dann wieder entfernt und die Brust etwas angewärmt werden, damit die Milch besser abfließen kann und es nicht zu einem Milchstau kommt.