Jede Geburt ist einmalig. Ein paar Dinge vor, während oder nach der Entbindung gibt es dann aber doch, die viele ähnlich erleben. Auch wenn die, die zum ersten Mal Mama werden, vielleicht noch nie davon gehört haben.

1. Wehe, wehe …

Sobald die Fruchtblase geplatzt ist, geht in Hollywoodfilmen alles rucki, zucki: schnell ins Krankenhaus, dreimal pressen und schwups ist das Baby da. So kann eine Geburt wirklich ablaufen. Sie kann, die Vorwehen mit eingerechnet, aber auch mehrere Tage und (schlaflose) Nächte dauern. Zumindest fühlt es sich für manche Frauen so an. Von der Wucht der Wehen werden Erstgebärende häufig derart umgehauen, dass sie denken, es ginge nun richtig los. Obwohl die eigentliche Geburt – sobald die Wehen zur Öffnung des Muttermundes beitragen – noch gar nicht begonnen hat. Das Gute daran (jaha, das gibt es!): Gerade beim ersten Baby wird es euch ziemlich sicher nicht passieren, dass ihr euch zu spät auf den Weg zum Kreißsaal macht.

2. Was im Kreißsaal passiert, bleibt im Kreißsaal

Möglicherweise klappt euch jetzt die Kinnlade runter, ABER: Unter der Geburt etwas Stuhl zu verlieren, ist total normal! Das Beruhigende: Ihr werdet es vermutlich nicht mal merken. Und selbst wenn! Verglichen mit dem verdammt-nochmal-wirklich-überwältigenden Moment, gerade das eigene Kind zur Welt zu bringen, ist es den meisten Gebärenden völlig egal. Wer trotzdem Angst vor einem vermeintlich peinlichen Moment hat: Für die Hebamme gehört Stuhlverlust unter der Geburt zum Alltag. Sie wird ihn nicht kommentieren und das Geschäft diskret entsorgen. Frei nach dem Motto „What happens in Vegas, stays in Vegas“.

3. Nach der Geburt ist vor der Geburt

Liegt das Kind nach einer spontanen Geburt endlich auf eurer Brust, ist die härteste Arbeit für euch getan. Abgeschlossen ist sie allerdings nicht. Da die Plazenta dafür da war, euer Baby im Bauch zu versorgen, ist sie nach der Entbindung überflüssig. Und muss genauso wie das Kind von euch „geboren“ werden. Konkret bedeutet das noch ein paar weitere Wehen, damit sich die Plazenta von der Gebärmutterwand ablösen und hinaus gleiten kann. Doch auch wenn sich die Schmerzen im Unterleib nicht sofort in Luft auflösen, während ihr das erste Mal mit eurem Baby kuschelt: Sie werden sehr wahrscheinlich sehr viel schwächer sein. Alles andere wäre echt unfair.

4. There will be blood

Während einer spontanen Geburt werdet ihr Blut verlieren. Was euch vielleicht noch nicht klar war: Auf die Geburt folgt ein mehrwöchig andauernder vaginaler Ausfluss, der sogenannte Wochenfluss. Anfangs ähnelt er einer überstarken Menstruationsblutung. Für diese Zeit gibt es entsprechend große – RIESIGE! – Einlagen. Die Hebamme kontrolliert, wie stark der Wochenfluss ist und wie er sich farblich verändert. Bewegt sich alles im normalen Rahmen, ist das ein natürliches Anzeichen dafür, dass sich die Gebärmutter zurückbildet. Und ihr könnt ganz bewusst beobachten, wie sich der Körper nach der Geburt selbst heilt.

5. Stillen muss man lernen

Stillen ist ganz natürlich – dass jede Mama problemlos stillen kann, ist es leider nicht. Wenn ihr eurem Kind die Brust geben wollt, setzt euch nicht unter Druck. Funktioniert die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind nicht, kann das verschiedene Gründe haben. Manchmal wurde der Mama zum Beispiel nicht ausreichend gezeigt, wie sie ihr Kind richtig anlegt. Die Folge können anhaltende Schmerzen beim Stillen sein – meist verursacht durch wunde Brustwarzen. Hilfe finden betroffene Mamas im Wochenbett bei ihrer Hebamme oder einer speziell ausgebildeten Stillberaterin. So oder so braucht es oft ein bisschen, bis Mama und Baby sich zusammen an der Brust eingegroovt haben. Mit Versagen hat das nichts zu tun. Dafür aber mit ganz viel Lernen.