Raus aus dem Gedankenkarussell, rein ins Bett?! Der erste Sex nach der Geburt eures Kindes kann eine echte Challenge sein. Sie hat vor allem mit Kopfkino zu tun …

Juchu, endlich seid ihr zu dritt (oder viert, fünft, sechst)! Statt Satinbettwäsche und Spitzennegligés finden sich in eurem Bett nun vermutlich verknautschte Stillkissen, Spucktücher und natürlich das süßeste Baby der Welt. Wart ihr in eurer Partnerschaft früher ganz groß darin, einen Rekord im Knutschen aufzustellen, gehen die meisten Küsse nun an das kleine Bündel zwischen euch. Das ist normal. Viele schrauben die körperlichen Zärtlichkeiten in der Partnerschaft nach der Geburt erst mal zurück. Ihr müsst das Stillen oder Fläschchen geben üben, trösten lernen und euch in euren neuen Rollen einfühlen. Plötzlich seid ihr Mama! Und Papa! IHR HABT EIN KIND! Ziemlich sicher habt ihr in eurem Leben noch nichts erlebt, was krasser war. Dazu kommt, dass ihr Mamas euch von den körperlichen Strapazen der Geburt erholen müsst. Wenn ihr danach erstmals wieder Sex habt, kann das also genauso aufregend sein wie euer allererstes Mal – oder sogar NOCH aufregender.

Raus aus dem Gedankenkarussell!

Wenn ihr miteinander schlafen wollt und es sich für euch beide richtig anfühlt, dann könnt ihr theoretisch schon kurz nach der Geburt wieder loslegen. Der weibliche Körper ist ein Wunder – und heilt schneller, als ihr vielleicht glaubt. In der Regel dauert es nur sechs Wochen, bis sich die Vagina einer Mama, die auf natürlichem Weg entbunden hat, nicht mehr von der einer Frau unterscheidet, die nie selbst vaginal geboren hat. Der Wahnsinn, oder? Dass Sex im Wochenbett grundsätzlich nicht geht, ist ein Gerücht. Wenn ihr in der Zeit mit eurem Partner schlafen möchtet und es euch körperlich gut geht, ist es jedoch wichtig, Kondome zu verwenden. Habt ihr ungeschützten Verkehr, können Keime in die Gebärmutter gelangen. Eine Infektion ist möglich. Was auch stimmt, ist, dass ein erschlaffter Beckenboden dafür sorgen kann, bei der Penetration weniger Lust zu verspüren. Regelmäßige und richtig ausgeführte Rückbildungsgymnastik bringt die Muskulatur wieder zurück. Die meisten Probleme beim Sex sind auf etwas ganz anderes zurück zu führen: das Kopfkino, dass sich viele machen. „Bin ich als Mutter auch noch als Frau attraktiv?“, „Ist es nicht komisch, sich an den Brüsten berühren zu lassen, wo doch sonst mein Baby von ihnen trinkt?“, „Ist meine Partnerin, die gerade erst ein Kind geboren hat, nicht noch viel zu verletzlich dafür, dass ich schon wieder mit ihr schlafen kann“?: Das alles sind Gedanken bei frischen Mamas und auch Papas, die dazu führen können, dass wir im Bett verkrampfen – oder gar nicht erst auf die Idee kommen, Sex zu haben.

Ich! Bin! Sooo! Müde!

Angst ist ein fieser Lustkiller. Aber versteht das bitte nicht falsch: Jede Mama und jeder Papa braucht so lange wie sie oder er braucht, um sich auf Sex als Eltern einzustellen. Wenn ihr Sorgen habt, sind sie natürlich berechtigt und sollten ernst genommen werden. Versucht gleichzeitig, euch nicht von ihnen beherrschen zulassen – genauso wenig wie von dieser wahnsinnigen Müdigkeit, die aus uns Powerwomen wandelnde Zombies mit laufender Kaffeeinfusion macht. Werden wir als Eltern nachts mehrmals geweckt, weil unser Kind Hunger hat oder einfach im Arm gehalten werden will, schürt das nicht unbedingt die Lust auf Sex. Oder anders: Selbst wenn wir Lust hätten, hätten wir vermutlich nicht die Kraft dazu. Schnarch! Was helfen kann, ist, sich soweit möglich mit den Nachtschichten abzuwechseln, damit ihr beide Schlaf nachholen könnt. Solltet ihr stillen, kann es etwas bringen, möglichst nah beim Baby zu schlafen. Will es nachts trinken, müsst ihr dann nicht jedes Mal aufstehen – und habt im Alltag vielleicht wieder mehr Energie und Lust, euch der körperlichen Liebe in der Partnerschaft zu widmen.