Ist das zweite Baby auf der Welt, kehrt im Alltag gerne (noch mehr!) Chaos ein – daneben aber auch eine innere Ruhe, die auf Erfahrungen beruht. In welchen Punkten sich viele Zweitmamas nicht mehr verrückt machen.

„Klar könnt ihr alle direkt nach der Geburt vorbeikommen – NICHT!“

Beim ersten Kind haben wir oft das Gefühl, es der Familie recht machen zu müssen. Kratzte die Schwiegermutter gefühlt schon Minuten nach der Geburt an der Kreißsaaltür, um „EEENDLICH!“ ihr Enkelkind zu begrüßen, haben wir sie Zähne knirschend machen lassen. Dabei hätten wir am liebsten nur zu dritt miteinander gekuschelt! Beim zweiten Kind sind die meisten schlauer: Sie verabreden mit Freunden und Familie eingeschränkte Besuchszeiten, die erst dann beginnen, wenn man sich wirklich bereit dafür fühlt.

„Wer uns besuchen will, bringt was zu essen mit!“

Manche Mamas haben den Anspruch, dem Babybesuch nicht nur einen schicken Latte Macchiato wie vom Barista im Café gegenüber anzubieten, sondern am besten auch noch einen dreischichtigen Cheesecake mit – BÄM! – karamellisierten Blaubeeren. Wenn das zweite Kind da ist, heißt es: „Das Baby besuchen? Nur, wenn ihr Essen mitbringt und den Kaffee selbst kocht!“ Sie haben gelernt, dass von ihnen – gerade in der ersten Zeit – keine perfekten Gastgeberinnenqualitäten erwartet werden. Zweitmamas fällt es oft leichter, von den Lieblingsmenschen Hilfe anzunehmen oder sie gezielt einzufordern.

„Hygiene? Man muss auch nicht übertreiben …“

Lag der Schnuller lange genug im kochenden Wasser? Ist das Sand in ihrem Mund? HAT ER DA GERADE DEN FAHRRADREIFEN ANGEFASST UND DANACH AN DER SPITZE SEINES ZEIGEFINGERS GELECKT?! Wenn es um Hygiene geht, machen wir uns beim ersten Kind oft irre. Klar: In den ersten Wochen, wenn die Babys besonders sensibel sind, ist das Thema nicht zu unterschätzen. Beim zweiten Kind sind wir trotzdem entspannter. Dann können wir Gefahren viel besser einschätzen und wissen, was geht und was nicht.

„Schlafen, Stillen, Stuhlgang – gibt es alles!“

Als Mama hört man irgendwann auf zu zählen, wie häufig manche Fragen gestellt werden: „Schläft er schon durch?“, „Du stillst noch?“, „Isst sie immer nur so wenig?“ Nerv! War man als Erstmama durch die ständige Fragerei manchmal verunsichert, ist man spätestens mit dem zweiten Baby deutlich abgebrühter. „Das Kind schläft und isst. Und zwar so, wie es will. Ich stille, so lange ich will. Und jap, Stuhlgang hat es auch.“ Die goldene Regel: Alles ist nur eine Phase. Als Zweitmama weiß man, dass es wirklich so ist.
Genauso gibt es in allen Punkten natürlich auch jene Mamas, die schon bei ihrem ersten Kind tiefenentspannt ihr Ding machen. Jede Mutter ist da anders. Sich das bewusst zu machen, keine Vergleiche mit anderen zu ziehen, schafft mehr innere Ruhe – und mehr Verständnis untereinander.