Mutter und Baby

Kann man ein Baby eigentlich verwöhnen? Warum wird dieses Wort im Erziehungskontext so negativ verwendet? Darüber, dass es das Schönste sein kann, sein Kind liebevoll in seiner Entwicklung zu begleiten, wird viel zu selten geredet.

Typische Situationen, in denen großflächig Panik aufkommt, sind zum Beispiel:

  • Stillen nach Bedarf, statt nach Plan
  • Tragen oder auf den Arm nehmen, wenn das Kind weint oder unruhig ist
  • Das Baby im Elternbett schlafen zu lassen
  • Es stundenlang in der Trage vor sich her zu tragen

Liebevolle Gesten haben nichts mit Verhätscheln zu tun. Strenge Erziehung ist bei uns vor allem aus dem historischen Kontext entstanden und war im Nachkriegsdeutschland von Härte und festen Regeln dominiert. 70 Jahre später gibt es dafür aber noch weniger Anlass als früher.

Damit sich Babys wohlfühlen und entwickeln können, brauchen sie in erster Linie Wärme und Nähe, keine Grenzen oder Erziehung. Babys sind empathische kleine Personen, die sich vor allem dann in Sicherheit fühlen, wenn sie fest im Arm von Mama und Papa liegen. Sie können sich nicht selbstständig ausdrücken, ein Brot schmieren oder wärmer anziehen. Darum ist es wichtig, dass man sich als Elternteil in das eigene Kind hineinversetzt und die Bedürfnisse nachvollzieht.

Viel zu lange wurde Eltern vor lauter „Verwöhn-Angst“ suggeriert, dass sie ihr Kind bereits als Säugling verziehen und an schlechtes Verhalten gewöhnen, wenn sie auf sein Weinen reagieren. Dabei wissen wir mittlerweile, dass sich das Gehirn gerade in den ersten Lebensmonaten und Jahren enorm schnell entwickelt. Mütter handeln in solchen Stresssituationen besonders intuitiv und reagieren so auf das Unwohlsein des Kindes. Das ist auch gut so, denn Babys brauchen zuverlässige Reaktionen auf ihre Grundbedürfnisse. Damit werden sie nicht verwöhnt, sondern liebevoll und sanft getröstet.

Was aber vielleicht noch wichtiger ist: Man darf als Mama selbstbewusst und sicher sein, sein Kind am besten zu kennen und deswegen auch die beste Wahl zu treffen.

Egal, ob es dabei nur um die Wahl der Babykleidung oder den nächtlichen Schlafplatz geht.