Dadada? Gagaga! Wenn Kinder das Quatschen anfangen, entwickeln sie ein System aus Lauten und einzelnen Silben. Was am Anfang alles passiert, damit die süßen Babybrabbler zu kleinen Wortakrobaten werden.

1. Am Anfang war der Schrei
Babys müssen keine Wörter oder Sätze bilden, um zu kommunizieren: Allein, wenn sie schreien, teilen sie sich mit – und das von ihrer Geburt an. Für uns mag vielleicht nicht immer klar sein, was GENAU sie uns in dem Moment sagen wollen. Wollen sie trinken? Sind sie müde? Tut etwas weh?!? Manchmal probieren wir nach dem Trial-and-Error-Prinzip einmal alles durch und geben unserem Kind zu verstehen: Wir helfen dir! Am Ende bekommt es so auf jeden Fall, was es braucht. Das ist Kommunikation 1.0.

2. Zwischen „grr“ und „ech“
HA! Der Mund ist also nicht nur zum Saugen oder Sabbern da?! Ab dem zweiten Lebensmonat finden Babys heraus, dass es noch so viel mehr gibt – Töne wie „grr“ und „ech“ zum Beispiel. Experimentierfreudig rollen sie die Zunge oder prusten mit gespitzten Lippen vor sich hin und produzieren damit ganz neue und vor allem ganz eigene Laute.

3. Melodien erkennen, Stimmung spüren
Differenzierte Gespräche mit Mama und Papa zu führen, ist durch ein paar „grr“ und „ech“ natürlich noch nicht möglich. Aber: Die kleinen Brabbelmaschinen entwickeln ihre Fähigkeiten schneller weiter, als ihr vielleicht glaubt. Wenn sie etwa vier Monate alt sind, verstehen sie UNS zum Beispiel schon viel besser. Ist Papa gerade eher fröhlich oder traurig? Durch das Erkennen von Sprachmelodien hören sie die Stimmungslage heraus.

4. Jetzt wird aussortiert
Wenn Babys sprechen lernen, sind sie wahnsinnig effizient. Können sie richtig hören – was für den Spracherwerb extrem wichtig ist –, erkennen sie, was ihre Muttersprache ist und gleichen das, was sie schon „sagen“ können, mit dem ab, was sie hören. Dabei sortieren sie einzelne Laute aus. Solche, die sie in ihrer Muttersprache offensichtlich nicht brauchen, fallen unter den Tisch.

5. Doppelt hält besser
„Ma-ma-ma, pa-pa-pa, da-da-da“: Wenn Babys damit anfangen, Silben zu doppeln, ist das schon verdammt niedlich. Zu der Zeit kommen wir noch mehr ins Spiel: Wiederholt gerne die Silben und nehmt die Kleinen dadurch als Gesprächspartner ernst.

6. Los, erzähl mir von der Welt!
Es wird außerdem immer häufiger vorkommen, dass unsere Kinder mit Dingen spielen, sie intensiv betrachten und danach uns anschauen. Damit wollen sie uns mitteilen: „Bitte sag mir, was das ist.“ Sie möchten uns reden hören und mehr über ihre immer größer werdende Welt erfahren – ein Zeichen für bewusste Kommunikation. Auch Alltagssituationen, wie zum Beispiel das Wickeln, eignen sich prima dafür, ganz spielerisch und kindgerecht zum Erklärbär zu werden: „Schau mal, das ist dein Fuß“, „Wenn ich an dem Ärmel hier zupfe, kann ich dir die Jacke ausziehen“, könntet ihr extra für die Minis formulieren. Probiert es einfach mal aus!

7. (K)ein Wort zum Geburtstag
Die Sprachentwicklung von Kindern kann ganz unterschiedlich aussehen. Viele platzen rund um ihren ersten Geburtstag mit dem ersten Wort heraus. Aber macht euch keinen Stress, wenn es bei euch anders läuft. Manche Kids wurschteln sich erfolgreich mit ihrem System aus Silben und Lauten durch den Alltag und lassen sich einfach etwas mehr Zeit. Und auch, was den Redefluss angeht, sind die Minis verschieden. Nicht an jedem ist ein kleines Plappermäulchen verloren gegangen – genauso wie auch bei uns Großen.