Mit Schokomüsli und Pasta seid ihr bei euren Minis auf der sicheren Seite. Aber jeden Tag Penne mit Tomatensoße? Es gibt bessere Methoden, um Kleinkinder möglichst gesund zu ernähren …

Mit etwa einem Lebensjahr kommt für die meisten Kids die Wende auf dem Teller. Jetzt wollen (und dürfen) die Kleinsten vermehrt das essen, was die Großen futtern. Ihr ahnt jedoch schon, dass Schokomüsli zum Frühstück, Spaghetti Bolo zu Mittag und aufgetaute Pizzaecken als Abendessen nicht die beste Grundlage sind, die Minis dauerhaft gesund zu ernähren. Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Kleinkinder können noch nicht so viel essen. Deshalb sollten sie vor allem hochwertige und nährstoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen. Logisch, oder? Für euch bedeutet das, so frisch und naturbelassen wie möglich einzukaufen. Ein paar Leitregeln, die euch die Planung des Speiseplans erleichtern: Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag gelten als ideal. Brot ist am nährstoffreichsten, wenn es aus vollem Korn gemahlen wurde. Dinkelbrot schmeckt den meisten – natürlich wegen des leicht süßlichen Geschmacks. Dazu funktioniert wunderbar Schnittkäse (30-40% Fettanteil), Frischkäse, Putenbrustaufschnitt oder gekochter Schinken.

Sich gesund und easy durch den Tag futtern

Ihr wollt auf das Müsli am Morgen nicht verzichten? Total verständlich! Wenn es schnell gehen muss, ist das oft die beste Option. Die gute Nachricht: Für Kleinkinder darf es auch eine Fertigmischung sein. Der kleine Haken: Sie sollte keinen Zucker enthalten – und damit auch keine Saccharose, Fructose, Glukose oder Maltodextrin, wie Zucker manchmal in den Angaben versteckt wird. Am besten wirklich NIENTE. Oder ihr streckt die Mischung mit einem Basismüsli ohne Zucker. Zwei Tipps: 1.) Weizenkeime, zum Beispiel aus der Drogerie, liefern für das Wachstum wertvolle Folsäure. 2.) Eingeweicht flutschen alle Flocken besser. Easy als Zwischenmahlzeit ist ein Stück saisonales Obst. Wenn das nicht reicht: ein bisschen Joghurt mit Müsli (wenn es zum Frühstück Brot gab) oder einen Vollkornzwieback zum Knabbern dazu geben. Unkompliziert sind außerdem Reiswaffeln oder Dinkelstangen. Als zweite Zwischenmahlzeit darf es am Nachmittag dann auch mal etwas Süßes sein, ein Rosinenbrötchen zum Beispiel oder sogar eine Kugel Eis. YEE-HAW! Mittags gilt die Faustregel: auf grünes Gemüse setzen! Spinat, Brokkoli oder Endiviensalat enthalten viel Folsäure. Jod steckt in Fisch, den ihr im besten Fall einmal pro Woche serviert, zum Beispiel in Form von grätenfreiem Seelachs. Eisen bekommen eure Kinder unter anderem über Fleisch, das wichtig für die Blutbildung ist. Erleichtert wird die Eisenaufname durch eine Tasse Orangensaftschorle. Mjam. Bei Reis (ungeschält) und Nudeln sind Vollkornprodukte eine gute Wahl. Kartoffeln sind frisch zubereitet am gesündesten. Am Abend darf es gerne Brot mit Rohkost geben. Bedeutet alles in allem: Mit viel Obst und Gemüse, mäßig Fleisch und Milchprodukten und wenig Süßkram fahrt ihr super.

Tricksen sowas von erlaubt!

Blöd nur, dass sich Kleinkinder nicht immer so einfach mit dem versorgen lassen, was gut für sie ist! Gedünstete Brokkoliröschen mit Vollkornreis? Igitt! Zucchinipuffer auf einem Spinatbett? MAG ICH NICHT, MAMA! Grünkohl mit (Tofu-)Pinkel? Und schon flog eine kleine Gabel in eure Richtung. Manche Kids sind bereits im jungen Alter wählerisch beim Essen. Mit den drei magischen Ps – Pasta, Pizza, Pommes – seid ihr meist auf der sicheren Seite. Was mit Tomatensoße oder (noch besser!) Ketchup auf dem Teller landet, kommt bei der Mehrheit super an. Vielleicht auch, weil es sich mit kleinen, schnellen Kinderhänden so effektvoll auf frisch gewaschenen Klamotten und weiß gestrichenen Wänden verteilen lässt. Die goldene Tomatenregel beim Kochen mit Kindern kann ein Fluch sein – oder ein Segen. Denn manchmal lassen sich unter die rote Soße oder den selbst angerührten, zuckerfreien Ketchup auch ein paar Sachen schummeln, die gesünder sind, als sieben Tage in der Woche, Weizenpasta zu essen. Brokkoli lässt sich wunderbar pürieren und so in Soßen mischen. Zucchini oder Möhren könnt ihr mit einem Spiralschäler in Gemüsespaghetti verwandeln. Eine bessere Kinderpizza als die Tiefkühlvariante zaubert ihr aus einem Quark-Öl-Teig mit Dinkelmehl. Wenn die Kleinen dann beim Belegen helfen dürfen, sind sie in der Regel stolz wie Bolle, lernen sogar noch etwas – und haben hinterher mehr Freude am Essen. Noch ein Tipp zum Schluss: Manche Kinder greifen bei Rohkost beherzter zu, wenn ihr Obst und Gemüse klein schneidet oder – Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das Mondgesicht – in Form eines Gesichts auf einem bunten Teller anrichtet. Aber bitte stresst euch nicht. Am Ende gilt bei der Ernährung das, was auch sonst im Leben gilt: Ausnahmen darf es immer geben. Mal ein Bonbon zwischendurch bedeutet nicht das Ende der Welt und macht euch ganz sicher nicht zu schlechten Mamas. Mit etwas Achtsamkeit am Esstisch und gesundem Menschenverstand beim Einkauf bringt ihr eure Kids auch ohne großes Brimborium gesund durch den Tag.