Eltern zu werden, kann irre aufregend sein – ein großes Geschwisterkind zu werden, aber auch. So könnt ihr eure Ersten auf die Zeit mit dem Zweiten einstimmen.

Wisst ihr noch, wie sich das angefühlt hat, als ihr zum ersten Mal schwanger wart? Alles war neu. Jeden Tag gab es etwas anderes in eurem Körper zu erspüren. Beim Ultraschall konntet ihr dem kleinen Wesen im Bauch über den Screen „Hallo“ sagen. Und dann war es da – in euren Armen, mitten drin in eurem Alltag! So sehr das Baby erst mal alles durcheinander gebracht hat, so sehr kann sich auch das Leben eures Kindes komplett auf den Kopf stellen, wenn sich das erste Geschwisterchen ankündigt.

Oh, Baby, Baby …

Das Erstgeborene musste bislang nie um die Aufmerksamkeit von euch als Eltern oder auch dem Rest der Familie und Freunde buhlen. Für das erste und einzige Kind war immer klar: „All ihre Liebe und Zeit schenken Mama und Papa MIR“. Mit dem neuen Baby gibt es kein Anrecht mehr darauf, ganz allein im Mittelpunkt zu stehen – zumindest nicht mehr in dem Ausmaß, wie es vorher der Fall war. Das nicht falsch als Liebesentzug zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Umso mehr ist es eure Aufgabe als Eltern, euer erstes Kind auf das Geschwisterdasein vorzubereiten. Dazu gehört auch, mit eurem großen Baby darüber zu sprechen, was da eigentlich gerade vor sich geht. Ein- und Zweijährige haben in der Regel noch kein Zeitgefühl. Mit der Verkündung der frohen Botschaft könnt ihr also ruhig warten, bis der Entbindungstermin nur noch ein paar Wochen hin ist. Größeren Kids solltet ihr den baldigen Neuankömmling nicht zu lange verheimlichen. Klar: Manchmal lässt sich der wachsende Babybauch gut unter weiter Kleidung verstecken. Aber Kinder spüren oft schon früh, dass ein Geheimnis in der Luft liegt – und sich innerhalb der Familie etwas verändert.

Bitte keine falschen Tatsachen!

Dass eure Kinder irgendwann einmal zu Spielkameraden werden, ist nicht unwahrscheinlich. Am Anfang ist ein Baby aber einfach nur ein Baby. Euer großes Kind wird vermutlich genervt davon sein, dass es permanent Hunger hat, mitten in der Nacht schreit und dafür auch noch mit Kuscheleinheiten oder Mamas Brust belohnt wird. Ihr solltet das zweite Kind im Vorfeld also besser nicht als potenziellen neuen BFF ankündigen, sondern in euren Beschreibungen realistisch bleiben. Andernfalls sieht sich euer Erstgeborenes schon direkt nach der Geburt des kleinen Geschwisterchens mit einer riesigen Enttäuschung konfrontiert. Was sich durch ein kleines Baby im gemeinsamen Alltag alles verändern wird, lässt sich Kindern gut mit einer Babypuppe vermitteln. Mit ihr und entsprechendem Zubehör können sie das Füttern und Wickeln üben. Als Eltern könnt ihr das Spiel mit Geschichten begleiten – indem ihr die Erinnerungen der Großen weckt und liebevoll davon erzählt, wie ihr es damals rund um die Uhr umsorgt und verhätschelt habt. Meist hilft es eurem Kind dabei, den Neuankömmling besser anzunehmen. Schön ist auch, wenn die Großen selbst Entscheidungen darüber treffen dürfen, was sie den Kleinen von ihrem alten Spielzeug, den Kuscheltieren oder Bilderbüchern vermachen möchten. Ihr gebt ihnen dadurch das Gefühl, ernst genommen zu werden. Gleichzeitig wird es ihnen so leichter fallen, sich von Dingen zu trennen, denen sie längst entwachsen sind.

Von Kissenschlachten und Kitaschichten

Hat das Erstgeborene bereits eine gute Bindung zum Papa? Prima! Ihr als Mamas werdet in der ersten Zeit vermutlich stark eingespannt sein. Umso wichtiger wird es, dass der Vater kleine Rituale und Gewohnheiten mit eurem ersten Kind übernimmt oder neu entwickelt. Das kann zum Beispiel eine Kissenschlacht am Morgen oder das Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte sein. Wenn das große Kind neben euch als Eltern weitere Bezugspersonen hat, ist das um so besser. Vielleicht können enge Freunde und Verwandte von euch schon vor der Geburt des Zweiten üben, wie es ist, zusammen auf dem Spielplatz unterwegs zu sein, das Kind alleine von der Kita abholen oder einen gemütlichen Nachmittag mit Kakao und Keksen bei ihnen zu Hause zu verbringen. Spätestens dann, wenn ihr während der Geburt wirklich nicht mehr alles selber machen könnt, sollte jemand da sein, der auf das Erstgeborene aufpassen kann. Im besten Fall gab es schon vorher Zeit, sich ausgiebig zu beschnuppern.