Kleinkind ist bockig

Sind wir mal ehrlich: Manchmal fühlt es sich an, als hätten wir kleine Monster auf die Welt gebracht. Sie schmeißen sich vor dem Schoki-Regal auf dem Boden, strecken alle Viere von sich und brüllen lauter als die Durchsage, dass die nächste Kasse geöffnet werden soll.

Die Trotzphase von Kleinkindern kann eine echte Probe für das gesamte Familiengefüge sein, den Hausfrieden ins Ungleichgewicht und einen als Mami an den Rand der Beherrschung bringen. Man fühlt sich schnell überfordert, wird laut oder droht mit Konsequenzen. Leider bedeutet dieser Weg vor allem Stress und ist nicht besonders lösungsorientiert.

Aber die Trotzphase muss keine totale Katastrophe sein! Wie schafft man es bloß, nicht komplett durchzudrehen? Diese fünf Tipps helfen:

  1. Durchatmen.

Was nach Yoga für Anfänger klingt, ist schlicht der einfachste Weg den Puls ruhig zu halten. Hat das Kind einen langen Atem, kann so ein Trotzanfall schon eine Weile dauern und niemandem ist geholfen, wenn die Situation eskaliert. Einatmen, bis 5 zählen, ausatmen, bis 5 zählen und versuchen, einfach ruhig zu bleiben.

  1. Versuchen zu verstehen.

Ein auf den ersten Blick völlig unverständlicher Anfall hat vielleicht doch einen guten Grund. Kinder denken nicht wie Erwachsene, können ihre Emotionen oft noch nicht richtig einordnen und lernen erst noch, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Man darf ihnen daher keine bösen Absichten unterstellen, denn sie handeln meist aus einem für sie dringenden Bedürfnis heraus. Oft löst sich die Situation schon auf, wenn man den Grund des Unglücks erkennt und entsprechend reagieren oder sogar helfen kann.

  1. Alle Gefühle erlauben.

Kleine Kinder sollten so früh wie möglich lernen ihre Gefühle zu beschreiben. Wenn ein Kind zwischen traurig und wütend differenzieren kann, macht das einen riesigen Unterschied. Wichtig ist daher, dass Eltern ihren Kindern Emotionen vorleben. Das mag etwas ungewohnt und mühselig sein, bedeutet aber auf lange Sicht, dass Kinder lernen richtig mit Konflikten umzugehen und Gefühle zuzulassen.

  1. Kein Prinzipienreiter sein!

„Nein heißt Nein, basta!“ Die Versuchung ist groß, eine Situation aus Bequemlichkeit mit reiner Strenge aufzulösen – vielleicht auch, weil man sonst nicht mehr weiterweiß. Aber: Kinder verstehen oft mehr, als man ihnen zutraut. Daher sollte man lieber gemeinsam nach einer Lösung suchen und so ein positives Erlebnis für alle schaffen.

  1. Den Tag gut beenden.

Prinzipiell wollen Kinder ihre Eltern nicht terrorisieren. Ganz im Gegenteil – sie wollen gesehen, angenommen und geliebt werden. Das Bedürfnis nach Anerkennung ist noch viel ursprünglicher und ausgeprägter als bei Erwachsenen. Wenn ein Tag wirklich anstrengend war, sollte man ihn zumindest positiv beenden. Das muss keine große Sache sein. Kuscheln oder zusammen ein Buch zu lesen reicht schon und ist sehr wichtig für das Wohlbefinden. Nicht nur Mama und Papa fühlen sich besser, wenn man eine Streitsituation Am Abend wieder auflösen kann. Auch die Kleinen schlaffen besser, wenn sie wissen, dass alles gut ist.